Aktuelles aus der Gemeinde: Gemeinde Laudenbach

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Perspektive für den Schulstandort in greifbarer Nähe

Artikel vom 25.02.2026

Klausurtagung der drei Gemeinderäte Hemsbach, Laudenbach und Weinheim bringt mehr Klarheit für die Zukunft der Schulversorgung in der Region.

Pressemitteilung des Schulverbands Nördliche Badische Bergstraße

Weinheim. Hemsbach. Laudenbach. Der Schulverband Nördliche Badische Bergstraße beschäftigt sich schon viele Jahre mit der Frage, wie die Zukunft des Schulstandortes aussehen soll. Die Zeit drängt immer mehr, eine zukunftsweisende Entscheidung zu treffen, da jeder Euro für die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs am bestehenden und stark sanierungsbedürftigen Schulstandort einer zu viel ist. Nachdem das Land erst kürzlich die Schulbauförderung reformiert hat, trafen sich nun alle drei am Schulverband beteiligten Gemeinderäte zu einer Klausurtagung, um sich zur künftigen Schulentwicklung auszutauschen und eine gemeinsame Faktenbasis zu schaffen.

In seiner Begrüßung unterstrich der Hemsbacher Bürgermeister Jürgen Kirchner als Vorsitzender des Schulverbandes die Notwendigkeit, die drei Gemeinderäte, Vertretende von Regierungspräsidium, Staatlichem Schulamt und Kommunaler Rechtsaufsicht sowie die städtischen Fachämter zusammenzubringen. „Das ermöglicht uns allen, verantwortungsbewusst und faktenbasiert in die Diskussion zu gehen – mit dem Ziel, einen Raum für Konsens zu schaffen.“

Die Grundlage für den Dialog legten fachliche Vorträge am Vormittag. Matthias Leitold vom Regierungspräsidium Karlsruhe erläuterte die Grundsätze der neuen Schulbauförderung, Endrik Ebel vom Staatlichen Schulamt Mannheim beleuchtete die Schulentwicklung mit den Optionen vor Ort. Tim Scheil aus dem Amt für Bildung und Sport der Stadt Weinheim konkretisierte, wie die Förderquoten ermittelt werden. Er betonte, dass die Situation, Fördermittel in signifikanter Höhe zu erhalten, derzeit günstiger denn je sei.

Deutliche Unterschiede bei Eigenanteilen
Je nach Variante verbleiben gemäß aktueller Kostenschätzungen unterschiedliche Eigenanteile bei den Kommunen des Schulverbandes: Die ursprünglich angedachte Variante mit einem Neubau von drei Schulen auf dem in Laudenbach gelegenen Gelände „Erlenwiesen“ würde – Stand heute – bei Gesamtkosten von 120 Millionen Euro die Haushalte der Kommunen mit über 67 Millionen Euro belasten. Die Variante „Schillerschule“, bei der künftig zwei Schularten mit allen Schulabschlüssen auf dem bestehenden Gelände der Gemeinschaftsschule entstehen würden, führt zu einer Belastung von 16 Millionen Euro. Eine weitere Variante nahm den bisherigen „Sportplatz“ des Bildungszentrums in den Blick. Hier würden Realschule und Gymnasium Platz finden, die Gemeinschaftsschule würde an ihrem Standort verbleiben. Dies hätte jedoch einen Eigenanteil von knapp 28 Millionen Euro zur Folge.

Kommunalrechtsamt: „Weitere Varianten übersteigen Leistungsfähigkeit“
Die finanzielle Einordnung dieser Zahlen für die Haushaltsentwicklung der Kommunen übernahm im Anschluss Silvio Salatino vom Fachbereich Verwaltung und Finanzen der Stadt Hemsbach. Dabei wurde deutlich: Ein Schulneubau wird für die drei Kommunen zum finanziellen Kraftakt. Das bekräftigte auch der Leiter des Kommunalrechtsamts, Frank Grünewald. Seine Schlussfolgerung ließ aufhorchen: Bereits ohne Schulneubau seien die kommunalen Haushalte, insbesondere der Stadt Hemsbach, in einer bedrohlichen Schieflage. Sich weitere Maßnahmen zur Schulentwicklung leisten zu können sah er haushälterisch kritisch. Lediglich die Variante Schillerschule sei – bei gleichzeitig notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen – überhaupt haushaltsrechtlich realistisch. „Alle weiteren Varianten übersteigen die Leistungsfähigkeit und müssten zu einem Einschreiten der Rechtsaufsicht führen“, resümierte Grünewald.
Mit dieser Maßgabe waren dennoch alle drei Standorte Gegenstand der ergebnisoffenen Diskussion am Nachmittag. Die Option, im Bestand zu sanieren oder am bestehenden Standort neu zu bauen, wurde bereits im Vorfeld nicht weiterverfolgt, da bereits vor Jahren der Aufgabeantrag für die Gebäude vom Regierungspräsidium genehmigt wurde und man mit einem Neubau am bisherigen Standort aufgrund der Altlastenproblematik nicht kalkulierbare Risiken eingehen würde. Die Rahmenbedingungen der Standorte selbst erläuterte Christopher Wetzel vom Fachbereich 2, Bauen und Planen, der Stadt Hemsbach.

In der ersten intensiven Diskussionsrunde der Gemeinderäte ging es darum, die Standorte selbst zu erörtern. Das einmütige Ergebnis dieser Dialogphase war, dass der Standort „Erlenwiesen“, insbesondere aufgrund der dargestellten Kosten, keine Realisierungschance habe und nicht weiterverfolgt werden sollte. Die beiden anderen Standorte – „Schillerschule“ und „Sportplatz“ – waren somit Gegenstand der weiteren durchaus kontroversen Diskussion, in der dann am Samstag nochmals verschiedenste Argumente ausgetauscht wurden. Dabei kristallisierte sich eine Tendenz zur Variante Schillerschule heraus – vor allem aufgrund der Finanzierbarkeit in Verbindung mit der günstigsten Förderquote. Als Folge könnte zwar die Realschule am Standort Hemsbach nicht dauerhaft weitergeführt werden. Dafür wäre aber die Versorgung mit den bestehenden Realschulen in Weinheim gewährleistet. „Ausreichend Kapazitäten stehen in Weinheim zur Verfügung“, bestätigten Vertreter der Stadt Weinheim um Oberbürgermeister Manuel Just. Hierzu bedürfe es einer sogenannten Schülerstromlenkung zugunsten der Schülerinnen und Schüler aus dem Schulverband, die rechtlich gesehen Priorität genießen.
Eine Fortführung der Realschule am Standort Hemsbach, die aufgrund von Vorgaben im Raumprogramm nur auf dem Gelände „Sportplatz“ möglich wäre, würde den Eigenanteil der drei Mitgliedsgemeinden um mindestens 12 Millionen Euro erhöhen und deutlich höhere Unterhaltungskosten über Jahrzehnte bedeuten – eine Zahl, die für die Gemeinden in aktueller Haushaltslage nicht aufzubringen ist, wie auch der Vortrag des Kommunalrechtsamts verdeutlichte.

Spielraum für wichtige Zukunftsaufgaben erhalten
Bedeutung erhielt in der Diskussion auch, dass insbesondere Hemsbach Spielraum für andere wichtige Zukunftsaufgaben unbedingt behalten müsse. Die Kommunen dürften sich angesichts weiterer Aufgaben bei Sportstätten, in der Vereinsförderung oder im kulturellen Bereich durch einen Schulbau nicht in die Handlungsunfähigkeit manövrieren. Damit wäre eine Realisierung der Variante „Schillerschule“ auch eine Chance für die gesamtgemeindlichen Entwicklungen und damit für eine nachhaltige Zukunftsplanung.

Bürgerinformation am 24.03.2026
Dieses Meinungsbild ist zum einen das Ergebnis eines intensiven Verhandlungsprozesses der letzten zwölf Jahre. Zum anderen bot die Klausurtagung die Möglichkeit, aufbauend auf den fachlichen Einordnungen und einem intensiven Dialog, die Machbarkeit und Konsequenzen der verschiedenen Standortvarianten zu erörtern.
Alle Beteiligten betonten, dass nun nicht nur zeitnah eine Entscheidung zum weiteren Weg erfolgen solle, sondern insbesondere eine transparente Kommunikation zentral sei. Sämtliche Informationen der Klausurtagung sollen daher der interessierten Öffentlichkeit bei einer Informationsveranstaltung am Dienstag, 24. März 2026, um 19 Uhr im Bildungszentrum vorgestellt werden. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen liegt dann bei den Gemeinderäten der drei Mitgliedskommunen.

Keine Auswirkung auf aktuelle Anmeldephase
Auf die aktuelle Anmeldephase an den Schulen hat die vorankommende Diskussion indes keine Auswirkungen. Aufgrund der langjährigen Planungs- und Bauphase ist garantiert, dass unabhängig der am Ende beschlossenen Variante alle Schülerinnen und Schüler, die sich jetzt für eine der Schulen im Schulverband anmelden, dort auch Ihren Abschluss erlangen können. Dies gilt explizit auch für die Schülerinnen und Schüler der Carl-Engler-Realschule.