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Kuchen gegen Kinderkrebs

Artikel vom 25.11.2025

Ein Stück herbstlich duftender Kürbiskuchen, eine kreative Rote-Beete-Schoko-Schnitte oder eine ganz traditionelle Feuerwehrtorte mit Kirschen – wer auf dem Laudenbacher Wochenmarkt schlemmt, kann ganz ohne schlechtes Gewissen Kalorien vertilgen. Denn mit den Kuchen und Torten der Katholischen Frauengemeinschaft bewirken Besucher immer etwas Gutes. Sie spenden Trost und Hoffnung für Menschen, die es dringend brauchen: In diesem Fall für krebskranke Kinder.

Die guten Seelen des Laudenbacher Wochenmarkts backen nämlich nicht für sich selbst. Jeden Freitag schleppen sie ein Dutzend Kuchenbleche und eine Kanne heißen Kaffee auf den Vorplatz der katholischen Kirche. Preise haben sie dafür nicht festgelegt. Auf der Theke steht lediglich eine Pappbox mit der Aufschrift „Spenden“. Rund 5.000 Euro sind so in der abgelaufenen Wochenmarktsaison zusammen gekommen. Die erste Spende ging vor einigen Wochen an die Hospizhilfe, von der anderen Hälfte profitiert nun die „Aktion für krebskranke Kinder“ aus Mannheim. Den Stein ins Rollen gebracht hat diesmal Diakon Pierre Gerodez. Der Geistliche hatte bereits bei seinem Jubiläumsgottesdienst Geld an den Mannheimer Verein gespendet. Die Lorbeeren für die Spende der KFD wies der Diakon aber von sich. „Ich habe nur den Kontakt hergestellt“, erklärte er bei der Spendenübergabe vor der Kirche und fügte lachend hinzu: „Backen können die Frauen sowieso viel besser als ich, das schmeckt man doch“. Selbst zur Spendenübergabe haben es sich die KFD-Frauen nicht nehmen lassen, frische Hefeschnecken mitzubringen.

5.000 Euro Spendengelder im Jahr 2025

Die Frauen – das ist eine Gruppe aus fünf, sechs rührigen Laudenbacherinnen, die vor etwas mehr als zehn Jahren das Ruder bei der Katholischen Frauengemeinschaft übernommen haben. Unterstützt wird „der harte Kern“ immer wieder von Hobbybäckerinnen aus ganz Laudenbach. Angefangen hat das ursprünglich mit der Plätzchenbäckerei auf dem Weihnachtsmarkt. Als der damals neue Bürgermeister Benjamin Köpfle in Laudenbach einen Wochenmarkt ins Leben rief und wenig später die etatmäßige Bäckerei wegfiel, sprangen die Frauen in die Bresche. Mit ihren selbstgebackenen Kuchen haben sie sich inzwischen zum Herzstück des Marktes gemausert. Alle Einnahmen – in Form von Spenden – geben die Frauen am Jahresende an soziale Projekte aus der Region weiter. Davon profitieren Alt und Jung gleichermaßen. Bei der „Aktion für krebskranke Kinder“ in Mannheim fließen die 2.500 Euro in eines der zehn rein spendenfinanzierten Projekte, wie Vorstandsmitglied Desi Fischer bei der Übergabe berichtete. Der 1979 gegründete Verein unterstützt krebskranke Kinder und deren Familien durch psychosoziale Betreuung und Beratung, vor allem aber mit speziellen Projekten für die Kinder. „Wer so ein Schicksal erleidet, braucht sehr wenig, um ein Stückchen glücklicher zu sein. Da können kleine Gesten und Dinge schon die Welt bedeuten“, weiß die Ehrenamtliche aus erster Hand. Die Mannheimerin ist schon seit 2014 ehrenamtlich im Verein aktiv, seit dem vergangenen Jahr gehört sie dem Vorstandsteam an. Manchmal reiche schon ein einfaches Lachen, um den ansonsten von Belastungen und Sorgen geprägten Alltag zu durchbrechen. Dafür sorgt beispielsweise ein vom Verein finanzierter „Klinikclown“, der regelmäßig die Kinderkrebsstation in Mannheim besucht. „Es geht auch darum, die Kinderwelt ein Stück weit aufrecht zu erhalten“, so Fischer. Wenn Lachen und Sprache zur Angstbewältigung nicht mehr ausreichen, kommt eine Kunst- Musiktherapie als zweites Projekt hinzu. Auch Bewegung und Sport können den Verlauf einer Krebserkrankung positiv beeinflussen. Deshalb ermöglichen die Spendengelder des Vereins den Besuch einer Physiotherapeutin in der Klinik. Dazu gesellen sich viele weitere Projekte: Etwa der Austausch mit jungen Erwachsenen, die eine Krebserkrankung als Kind überstanden haben, als Mutmacher.

Weil Krebserkrankungen im Kindesalter nicht nur für die kleinen Patienten selbst, sondern auch für die Familien eine riesige Herausforderung sind, versucht der Verein auch hier, zu unterstützen. Ein Elternhaus in der Nähe der Klinik etwa dient als Rückzugsort und Übernachtungsmöglichkeit für Eltern, die eine lange Anreise haben. Nach der Entlassung begleitet außerdem eine Kinderkrankenschwester die Familien zuhause und berät dabei, den Alltag danach zu organisieren.

Die Aktion für krebskranke Kinder

Mehr Informationen zur Organisation und den einzelnen Projekten gibt es auf der Vereinshomepage.