Aktuelles aus der Gemeinde: Gemeinde Laudenbach

Seitenbereiche

Spatenstich für Freiflächen-PV

Artikel vom 22.05.2026

Fertigstellung im August, Netzanschluss Ende des Jahres

Die Bauarbeiten für die neue Photovoltaik-Freiflächenanlage der GGEW AG in Laudenbach haben begonnen. Entlang der A5 entsteht auf rund sechs Hektar Fläche ein Solarpark mit einer Leistung von 7,8 Megawattpeak (MWp). Die Anlage soll künftig bis zu neun Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen und rechnerisch rund 20 Prozent des gesamten Strombedarfs der Gemeinde Laudenbach decken. Die Inbetriebnahme der größten PV-Freiflächenanlage der GGEW AG ist für August vorgesehen.

Mittendrin im Bau

In den vergangenen Wochen wurden bereits zahlreiche bauvorbereitende Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählen unter anderem die Einrichtung von Blühstreifen als Maßnahmen zum Artenschutz, der Zaunbau sowie die Ertüchtigung der Zuwege und der Lager- und Montageflächen. Zudem läuft aktuell die Rammung der Unterkonstruktion sowie die Montage der Querträger. In den kommenden Monaten folgen die Installation der Solarmodule und Wechselrichter, die Herstellung der Kabeltrassen und Verkabelung, die Installation der Trafostationen sowie der Netzanschluss an das 20-kV-Netz des zuständigen Netzbetreibers.

Energiewende vor Ort

„Mit dem Solarpark entsteht in Laudenbach ein zukunftsweisendes Projekt, das regionale Energieerzeugung und nachhaltige Flächennutzung sinnvoll miteinander verbindet“, sagt Laudenbachs Bürgermeister Benjamin Köpfle. „Die Anlage stärkt die regionale Wertschöpfung und leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende vor Ort.“ Rund 11.000 Solarmodule und 18 Wechselrichter werden installiert. Die Anlage soll jährlich etwa 5.400 Tonnen CO₂ einsparen. „Der Baustart in Laudenbach ist ein weiterer wichtiger Meilenstein für den Ausbau erneuerbarer Energien in unserer Region“, erklärt Carsten Hoffmann, Vorstand der GGEW AG. „Als regionaler Energiedienstleister investieren wir gezielt in nachhaltige Infrastruktur und stärken damit langfristig eine sichere und klimafreundliche Energieversorgung.“

Biodiversität und regionaler Grünstrom Hand in Hand

Neben der Stromerzeugung spielt auch der ökologische Mehrwert der Anlage eine wichtige Rolle. Weil praktisch keine Versiegelung stattfindet, können unter Photovoltaik-Freiflächenanlagen neue Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten entstehen. Durch unterschiedliche Licht- und Klimabedingungen zwischen den Modulreihen entstehen vielfältige Strukturen, die Insekten, Vögeln, Reptilien und Kleinsäugern zugutekommen. Gleichzeitig wird auf den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie den Einsatz schwere Maschinen verzichtet. Ergänzende Maßnahmen wie Blühstreifen, heimisches Saatgut und Nistkästen fördern zusätzlich die Biodiversität. Als natürliche und bodenschonende Landschaftspfleger kommen Schafe zum Einsatz.

„Wir verbinden in Laudenbach moderne Energieerzeugung mit einem konsequenten Fokus auf Natur- und Artenschutz“, sagt Florian Grob, Bereichsleiter Erneuerbare Energien der GGEW. „Durch gezielte ökologische Maßnahmen schaffen wir hier nicht nur eine leistungsfähige PV-Anlage, sondern auch wertvolle Lebensräume.“ Die Nähe zur Autobahn macht die Fläche besonders geeignet für die Nutzung als Solarpark. Die Anlage entsteht auf einer sogenannten privilegierten Fläche entlang der A5 und erfüllt umfangreiche Anforderungen aus Natur-, Arten- und Immissionsschutz.

Abstimmung mit Landwirtschaft

Bereits lange vor dem Baustart hat sich der Gemeinderat umfassend Gedanken über die grundsätzliche Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen in Laudenbach gemacht. Um die Ziele der Klimaneutralität, der Abkehr von fossilen Energieträgern und einer höhen Strom-Unabhängigkeit so verträglich für Landwirtschaft und Natur wie möglich zu gestalten, hat der Gemeinderat vorab klare Kriterien festgelegt, wo und wie solche Anlagen entstehen können. Außerdem fand die Besichtigung einer bestehenden Anlage in ähnlicher Lage statt. Um in Laudenbach einen geeigneten Standort zu finden, gab es umfassende, konstruktive Abstimmungsgespräche mit allen Laudenbacher Landwirten. Deren Wünsche sind beim gewählten Standort berücksichtigt worden.

Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit

„Es war ein toller Prozess“, sagte Bürgermeister Benjamin Köpfle beim Spatenstich und dankte nochmals explizit „dem Gemeinderat, bei den Landwirten, der gesamten Bürgerschaft und der GGEW“ für die konstruktive Zusammenarbeit. „Ich freue mich, dass wir hier nun unseren kleinen Beitrag zur Energiewende in Laudenbach leisten können“, so Köpfle. Mit dem Solarpark geht die Gemeinde einen weiteren Schritt in Richtung größerer Unabhängigkeit vom internationalen Energiemarkt – und damit auch einen Schritt in Richtung einer verbesserten Versorgungssicherheit. Damit der Sonnenstrom künftig auch zeitversetzt genutzt werden kann, hat die GGEW bereits Flächen innerhalb der Anlage für mögliche Speicher vorgesehen.

Photovoltaik nicht nur in der Fläche

Neben der ersten, großen Freiflächenanlage in Laudenbach macht sich die Gemeinde bereits seit mehreren Jahren für Photovoltaikanlagen auf Dächern stark. Rathauschef Köpfle betonte dabei stets, Solaranlagen auf Dächern und in der Fläche nicht gegeneinander ausspielen zu wollen. „Am Ende brauchen wir beides“, so Köpfle. Die Gemeinde hat bereits öffentliche Gebäude mit Solaranlagen auf den Dächern ausgestattet: Das Dach der Sonnberg-Schule und das Dach der kommunalen Kindertagesstätte decken bereits große Teile ihres Strombedarfs durch Solaranlagen, auch die Pumpstation in der Weimarer Straße verfügt über Photovoltaikmodule. Doch die öffentlichen Liegenschaften sind begrenzt, das weitaus größere Potenzial liegt im Privateigentum. Bereits seit 2023 fördert die Gemeinde Balkon-Photovoltaikanlagen mit bis zu 20 Prozent der Anschaffungskosten, um den Ausbau der erneuerbaren Energien auch für den kleineren Geldbeutel zu ermöglichen.

Mehr Infos zum „Förderprogramm Balkon PV“ gibt es hier. Fragen dazu beantwortet ihnen Klimaschutzmanagerin Cornelia Baumgärtner (klimaschutz(@)gemeinde-laudenbach.de / Telefonnummer: 06201 7002 36)