Aktuelles aus der Gemeinde: Gemeinde Laudenbach

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Gut für Umwelt und den Geldbeutel

Artikel vom 10.04.2026

70 Prozent weniger Energiebedarf – Jährliche Einsparungen von über 40.000 Euro

Passt, wackelt nicht und leuchtet gut: Für die neue Straßenbeleuchtung streckt Bürgermeister Benjamin Köpfle den Daumen hoch. Der Rathauschef hat sich gemeinsam mit den beauftragten Firmen ein Bild von der Umrüstung gemacht und in der Goethestraße selbst Hand angelegt. Runter mit dem alten Leuchtkopf samt Glühbirne, rauf mit der deutlich schlankeren, neuen LED-Leuchte – ein vermeintlich kleiner Handgriff, von dem sich die Gemeinde in den kommenden Jahrzehnten sehr viel verspricht. Die LED-Technik verbraucht rund 70 Prozent weniger Strom und soll dem Gemeindehaushalt damit jährlich mindestens 40.000 Euro sparen.

Insgesamt tauscht die Leuchtenfirma „Siteco“ im Auftrag der Gemeinde derzeit täglich etwa 30 und insgesamt 653 Leuchtkörper im Ortsgebiet. Die verbleibenden 300 – insgesamt hat Laudenbach rund 1000 Lichtpunkte – hat die Gemeinde bereits in den vergangenen Jahren sukzessive umgerüstet, etwa bei Defekten oder turnusgemäßen Wartungsarbeiten. Vor dem Hintergrund stark steigender Strompreise entschieden sich Gemeinderat und Verwaltung Ende 2023, die restlichen zwei Drittel auf einen Schlag umzustellen, um möglichst schnell von Einsparungen zu profitieren. Die Umsetzung ließ dennoch lange auf sich warten, weil die Gemeinde rund anderthalb Jahre auf den Förderbescheid und damit auf die Zusage wichtiger Gelder warten musste. Erst als dieser im Spätsommer 2025 eintraf, konnte die Verwaltung mit der Ausschreibung beginnen. Denn der Austausch aller Laternen ist für die Gemeinde finanziell – zumindest im ersten Moment – ein Kraftakt. Rund 426.000 Euro kostet die Umrüstung Straßenbeleuchtung, das Bundesförderprogramm der Nationalen Klimainitiative übernimmt davon 40 Prozent (170.000 Euro). Damit verbleiben etwa 256.000 Euro bei der Gemeinde.

Wirtschaftlich und nachhaltig

„Eine Investition in wichtige Infrastruktur, die sich gleich doppelt auszahlt: Die Umstellung ist gut für die Umwelt und unseren Geldbeutel“, betonte Bürgermeister Benjamin Köpfle bei dem Termin vor Ort mit dem Energiedienstleister GGEW, der Leuchtenfirma „Siteco“ und Frank Lempert von der „endura kommunal“, der das Projekt von der Fördermittelbeantragung bis zur Abnahme für die Gemeinde begleitet. Durch die deutlich effizienteren Leuchten rechnet die Gemeinde mit einer Stromersparnis von 70 Prozent. Für die Gemeinde ist das ein Pfund, denn die Straßenbeleuchtung macht mit 35 Prozent den allergrößten Teil des kommunalen Stromverbrauchs aus. Beim aktuellen Strompreis würde das eine Ersparnis von etwa 45.000 Euro im Jahr bedeuten und eine Amortisation für die Gemeinde von fünf bis sechs Jahren. Steigt der Strompreis, refinanziert sich das Projekt noch schneller.

Weniger Streulicht

Wenngleich sich viele Bürger optisch noch an die modernen Laternenköpfe und die hellere Lichtfarbe gewöhnen müssen, leuchtet eine Umrüstung nicht nur finanziell ein. Neben den wirtschaftlichen Aspekten bringt die neue Technik auch mehrere Vorteile für die Umwelt mit sich. Denn mit dem niedrigeren Strombedarf sinken naturgemäß auch die CO2-Emissionen der Gemeinde: Rund 50 Tonnen weniger im Jahr, so die Prognose. „Der zentrale Vorteil liegt im deutlich geringeren Energieverbrauch. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir durch die neue Linsentechnik auch weniger Streulicht haben und das Licht gezielter nach unten lenken – dahin, wo es auch hin soll“, erklärt Stephan Kneissl, Abteilungsleiter für Energiedienstleistungen bei der GGEW in Bensheim. Besonders nach oben streut die LED-Technik kaum noch und sorgt damit für deutlich weniger „Lichtverschmutzung“. Das freut die Tierwelt, insbesondere Insekten leiden unter starker nächtlicher Beleuchtung. Gleichzeitig erwartet die Gemeinde in den kommenden Jahren auch weniger Wartungs- und Instandhaltungsaufwand. Mit einer Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren übertreffen LED-Leuchten die bisherigen Laternen deutlich und müssen dementsprechend seltener getauscht werden.